Manchmal sieht man nur, was vor einem liegt.
Manchmal sieht man nur, was man sehen will.
Eine Richtung. Eine Hoffnung. Ein vermeintlich klarer Weg.
Nicht alles, was nützlich ist, drängt sich nach vorn.
Manches bleibt im Hintergrund, wacht,
hält zusammen und gibt vielleicht gerade dort
einem neuen Momentum Raum.
Vielleicht ist das eine stille Lektion des Lebens:
Auf Dauer hat manches keine Vorfahrt mehr.
Dann braucht es diesen Schritt zur Seite,
einen anderen Blickwinkel,
eine kleine Pause zum Betrachten
und zum Erkennen, was da wirklich ist.
Und ganz unverhofft kann sich zeigen,
was längst da war,
nur nicht gesehen werden wollte,
aus Sorge vor dem Schmerz,
den die Wahrheit mit sich bringen könnte.
Vielleicht ist es so,
dass erst etwas ins Wanken geraten muss
oder man selbst ein paar Blessuren davonträgt,
damit der Blick wieder frei wird
für das, was vorher vielleicht längst da war
und worauf es wirklich ankommt.
Und vielleicht erkennt man dann,
dass auch die Regeln,
denen man so lange Vorfahrt gegeben hat,
nicht für immer gelten müssen.
Wer weiß schon, was geschah.
Es wurde gestürzt.
Das Schild spricht nicht.
Es liegt da und schweigt.
Vielleicht erzählt gerade dieses Schweigen mehr,
als man auf den ersten Blick sieht.
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft
#FormYourWorld
#FreigeistigeWaldgedanken
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.