25. Juni 2026

Rentenspaltung statt Rentenreform?

Wer länger lebt, soll länger arbeiten. Zu welchem Leben zählt eigentlich das Beamtentum?

Beitragszahler identifiziert.

Beamte wirkungsgleich verschont.
In gewohnter Manier: Wortschöpfung schlägt wahren Kern.

Zielkonten ausgemacht.
Jetzt wird Kasse gemacht.
Wo?
Beim gemeinen Volk.

Und wieder mal, wir kennen es,
werden neue Begriffe erfunden,
damit alte Ungerechtigkeiten freundlicher klingen.

Sondervermögen ist auch kein Vermögen. Macht ja nix.
Und nun die Wirkungsgleichheit.

Nicht für alle, nur für Beamte.
Das klingt ausgewogen, verantwortungsvoll und vor allem nach Gleichheit.

Ist das so?

Nein, es bedeutet:
Bei Beamten wird erst einmal nichts wirklich angefasst.

Und die Logik?
Wer länger lebt, soll auch länger arbeiten.

Ist Beamtentum kein echtes Leben?
Also, dieser Gedanke kam jetzt bei mir auf.

Argumente gibt es reichlich:
Dagegen stehe die Verfassung.
Politisch schwierig umsetzbar, weil keine Mehrheit.
Deshalb ab damit in die Wortfärberei.

Und Konzentration und Zugriff dort,
wo sich keiner wehren kann:
bei den Werktätigen, bei Unternehmen,
beim Mittelstand, wofür haben wir ihn denn,
der soll es richten,
und kurzen Prozess machen wir mit den Minijobs.

Vor allem bei jenen, die ohnehin jeden Euro dreimal drehen,
da ist es dann machbar.

Bürgergeld statt Minijob,
könnte sich da eventuell etwas in ganz andere Kanäle schieben
und statt Einnahmen am Ende neue Belastungen schaffen?

Egal,
Minijobs sind fällig.

Und, wie könnte es anders sein,
charmant verpackt und mit Fürsorge dekoriert.

Wir wollen nichts wegnehmen,
im Gegenteil, wir wollen die Frauen schützen!

Nein, danke.

Frauen schützen, indem man ihnen eine oft notwendige Zuverdienstmöglichkeit erschwert.
Beitragszahler gewinnen, indem man dort zugreift, wo die Gegenwehr überschaubar ist.

Das ist keine mutige Reform.
Das ist Zugriff nach unten mit höchster Vorsicht nach oben ins eigene Lager.

Eine echte Rentenreform würde dort beginnen, wo das Sonderrecht sitzt.
Bei allen Erwerbstätigen und allen Beamten.
Bei allen Systemen und Privilegien.
Und bitte auch in der eigenen Tasche!

Reformiert wird, wer sich nicht wehren kann.

Reform: Verbesserung und Anpassung des bestehenden Systems.
Revolution: Umsturz und kompletter Neuaufbau des Systems.

Leere Kassen mit den Inhalten aus fremden Taschen zu füllen, bringt nur noch mehr Politikverdrossenheit.
Ein selbst initiierter Teufelskreis, der keine Lösung des Problems liefert, sondern nur Verantwortung verschiebt.

© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft

#FormYourWorld
#Rentenreform

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Buchbesprechung von Gerhard Charles Rump (postume Veröffentlichung, 08.08.2020) zu Freigeistige Waldgedanken – Band 1.
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.
— Gerhard Charles Rump (1947–2020), Kunsthistoriker und -theoretiker mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst; Privatdozent an der TU Berlin, Kurator, Galerist und Fotokünstler.
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