Ich lese gerade von Kharma, dem Hund eines bekannten Kriegsveteranen und unglaublich positiven Menschen, der anderen Mut macht.
Jason Redman wurde im Krieg schwer verwundet. Kharma war viele Jahre an seiner Seite, als Assistenzhund, Reisebegleiter, Freund und, wie er selbst sagt, als sein „Battle Buddy“. Er half ihm durch Zeiten, in denen nicht alle Wunden sichtbar waren. Nun ist Kharma gestorben.
Und während ich seine Worte lese, muss ich an all die Tiere denken, die uns Menschen durch unser Leben begleiten.
Und natürlich denke ich an Eloy, und vor ihm gingen auch Jamie, Jeffrey und Merlin.
Eloy, unser weißer Schäferhund, der dreizehn Jahre zu unserer Familie gehörte und uns überallhin begleitet hat. Am 19. Februar 2026 ist er gestorben.
Hunde leben mit uns, begleiten uns und dann, wenn sie nicht mehr da sind, fühlt man dieses intensive Band.
Sie sind so treue Geschöpfe, passen sich unserem Leben an. Auch dann, wenn sich Routinen ändern. Sie warten, wenn wir keine Zeit haben. Sie freuen sich über uns, jeden Morgen, wenn wir aufwachen, und auch dann, wenn wir sie, in Gedanken versunken, nur mal kurz streicheln. Sie verfolgen uns mit ihren Augen und halten aus. Sie liegen neben uns, wenn wir beschäftigt sind, und tun das, was sie immer tun: abwarten.
Und wenn wir allein wohin gehen, dann bleiben sie zurück.
Das ist so eine besondere Form von Zuwendung und Liebe. Und auch, wie sie spüren, wenn man sich nicht wohlfühlt: Dann sind sie einfach da und schenken uns ihre Aufmerksamkeit.
Und wir sind beschäftigt, oft unentwegt, haben so viele Dinge im Kopf und zu erledigen und sind dann wahrscheinlich ihnen gegenüber längst nicht immer so aufmerksam, wie sie es verdient hätten.
Hunde werfen uns nichts vor. Sie erinnern uns nicht daran, dass der Spaziergang gestern zu kurz war oder wir heute zu wenig Zeit hatten.
Sie sind einfach wieder da. Und jedes Mal aufs Neue mit derselben Freude und so treu in ihrer Liebe.
Wir haben noch einen zweiten Hund. Django. Und auch er vermisst Eloy, denn er liegt nur sehr selten auf dem Platz, dort, wo Eloy lag. Ihm fehlen wohl auch die vertrauten Geräusche, seine Kameradschaft und die gemeinsamen Spaziergänge und manchmal das genervte Zurechtweisen.
Und immer wieder finde ich noch Haare von Eloy.
In einer Ecke. Auf einem Mantel. Plötzlich wieder auf dem Teppich.
Eigentlich sind es nur Haare. Und doch ist es jedes Mal für einen winzigen Moment, als würde ich eine Nachricht von ihm bekommen:
Ja, ich bin noch da.
Manchmal muss ich lächeln und manchmal kommen mir Tränen, weil es mich auch schmerzlich daran erinnert, dass er da ist, aber anders, nicht mehr präsent. Nicht mehr Teil unseres Alltags. Nicht mehr der treue alte Freund, der mir zeigt, dass alles, was passiert, bewältigt werden kann.
Jason Redman verabschiedet sich von Kharma mit einem Satz, der mich sehr berührt hat:
„Rest easy, Kharma. I love you. I’ve got the watch from here.“
Ruh dich aus, Kharma. Ich liebe dich. Von hier an halte ich die Wache.
Vielleicht gilt genau das irgendwann für all unsere treuen Begleiter.
Sie haben so lange auf uns aufgepasst.
Und wenn sie gehen, tragen wir sie weiter.
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft
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