24. März 2025

Von Tauben, Universen und dem Spiel der Schöpfung

Begrenzte grenzenlose Schöpferkraft

Von Tauben, Universen und dem Spiel der Schöpfung

Begrenzte grenzenlose Schöpferkraft

Der Frühling reibt sich noch den Schlaf aus den Augen,
die Sonne hat sich hinter Wolken zurückgezogen.
Vielleicht ist sie unsicher, ob sie sich das Schauspiel
der Menschen heute anschauen will.

Der Taube scheint es ähnlich zu gehen.
Während ich sie beim Zweige sammeln festhalten will,
ist sie schneller als ich und zeigt mir keck ihr Hinterteil.

Der Anblick weckt in mir Gedanken:
Wir sind Schöpfer unseres eigenen Universums.
Doch dieses Schöpfersein gilt nur für uns selbst.
Wir können erdenken, erfinden, erschaffen,
aber stets nur für uns.

Wir können nicht den Nächsten heilen,
wir können ihm seine Aufgaben nicht abnehmen,
wir können ihn nicht vor seinen Entscheidungen,
die aus unserer Sicht schaden, bewahren.
Wir können nichts tun,
was er nicht selbst will.
Jeder ist seines Glückes Schmied.
Das ist so wahr.

Das Universum schickt uns so lange Aufgaben,
bis wir sie verstanden haben.

Doch das Universum sind wir selbst!

Wir sind der Mittelpunkt unseres eigenen Universums.
Die Menschen und Ereignisse, die uns treffen,
werden nicht von außen geschickt,
es ist unsere Wahrnehmung, 
die sie uns bringt.
Sie bilden so lange unsere Herausforderung,
bis wir sie nicht mehr als solche wahrnehmen,
bis wir verstanden haben,
dass wir nur für uns selbst verantwortlich sind,
dass sie uns daran erinnern,
dass wir nicht sie, sondern uns ändern müssen,
um zu bewältigen.
Was wir ändern können,
ist unsere Reaktion.
Damit entscheiden wir selbst,
ob wir darüber Freude, 
Schmerz oder Erkenntnis erlangen,
und wie wir uns beim nächsten Mal verhalten.

Wenn wir uns über etwas ärgern,
tragen wir den Schmerz bereits in uns.
Erst durch diesen inneren Schmerz
erkennen wir ihn auch im Außen.

Die Demut anzuerkennen,
dass wir Schöpfer unseres eigenen Universums sind –
und nicht mehr und nicht weniger –
ist gleichermaßen Freude und Schmerz.
Da hilft nur Humor,
die Liebe zur eigenen Größe und Unbedeutsamkeit,
in einer Figur ohne Selbstmitleid,
und mit viel Selbstmitgefühl.

Die Schöpfung spielt ein großes Orchester,
in dem alles seinen Platz hat.
Wir sind die Akteure, die alles sein können,
wenn wir uns bewusst werden,
dass wir Mitspieler in einem feurigen Spektakel sind.

Wenn wir etwas gefunden haben, was wir lieben,
dann ist es die Liebe, die in uns vorhanden ist.
Es ist die Kraft, die uns dazu bringt,
unser Universum immer wieder neu zu gestalten
und uns selbst in jedem Moment neu zu erfinden.

Auf einen Frühling,
in dem wir das Feuer der Erneuerung
und der Wiedergeburt erkennen.

© Manuela Engel-Dahan
Mut- und Lebensberaterin für Angstbewältigung
„Sieben Schlüssel zur Seele“
Autorin "Freigeistige Waldgedanken"

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Rezension
Buchbesprechung von Gerhard Charles Rump (postume Veröffentlichung, 08.08.2020) zu Freigeistige Waldgedanken – Band 1.
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.
— Gerhard Charles Rump (1947–2020), Kunsthistoriker und -theoretiker mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst; Privatdozent an der TU Berlin, Kurator, Galerist und Fotokünstler.
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