Frösteln. Erschauern.
Wehmütig denke ich an früher.
Es war nicht alles besser,
es war nicht alles leichter,
es war nicht alles rühmenswert.
Doch da gab es etwas:
das eigene Ermessen.
Eine Nische.
Ein Spalt.
Ein Gang in einen Schutzraum.
Ich vermisse das.
Besonders heute.
Ich las heute einen Post.
Er hat mich erschüttert.
Und da kamen sie plötzlich zu mir, meine Zeilen.
Es fröstelt mich,
auch ohne den Frost draußen.
Verbeamtung abgelehnt.
Finanzierung abgelehnt.
Private Krankenversicherung abgelehnt.
Und der Grund?
Krebsdiagnose vor 20 Jahren als Kind.
Und dann, wie immer lapidar,
man kennt es ja bereits,
abgehandelt nach Schema F:
Ein schiefes Lächeln allenfalls,
wem ist das nicht schon begegnet,
und obendrein mit der längst abgenutzten Floskel:
Es tut mir leid,
es ist nicht gerecht und auch nicht richtig,
aber da kann man nichts machen.
So ist das halt.
Wann haben die Excel-Tabellen das Regiment übernommen?
Wann wurde die Menschlichkeit entweiht
und wie lange hält es an,
wenn man die Hände in (vermeintlicher) Unschuld wäscht?
Wann wird sich wieder ein Spalt öffnen,
der diesen Seelenfrost mit Sonnenlicht wärmt,
und die Herzen öffnet, damit das Hirn
einen Ausweg findet
und sich nicht versteckt hinter Nullen und Einsen.
Der Tag wird kommen,
dann, wenn die Zahlentürme einstürzen,
wenn wir uns wieder gegenüberstehen,
ohne Papier oder digitales Zeugnis,
dann plötzlich braucht es menschliche Wärme.
© Manuela Engel Dahan
Schriftstellerin, Krisenwandlerin, Waldphilosophin
#Frost #Transformation
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#FormYourWorld
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.