Lebe ich einen Traum oder
träume ich das Leben?
Dickes Grau hängt über mir.
Die Luft legt sich in weißen
Schleiern um Baumstämme
und lässt den Farn sattgrün
leuchten.
Da reißt der Himmel
unvermittelt auf,
goldene Lichtpunkte tanzen
zu leisem Vogelgesang.
Mir ist‘s als wäre es April,
ein später Frühling im Herbst.
Quatsch, dafür sind
die Vögel zu verhalten
und der Wind zu aktiv,
die Luft spendiert ein Wechselbad.
Wärme und Frische im
fliegenden Wechsel.
Das wirbelt meine Gedanken
und ich frag mich,
warum wechseln sie ebenfalls,
wie heute der Himmel,
zunächst verhangen und dann
unglaublich blau,
doch stets und wohl dann,
wenn ich dachte,
jetzt hab ich sie,
die Aussicht auf die Einsicht.
Das wars.
In einer Situation entspannt
zufrieden glücklich
und zu anderer Zeit,
alles identisch,
nur anderes Datum,
erscheint es so fad und grau,
so unbeholfen.
Wer bin ich?
Warum bin ich hier?
Vertraue ich oder träume ich?
Ist das auch Verletzlichkeit,
wenn nichts mehr schmerzt?
Treibt mich Mut oder
zieht mich die Angst?
Tagträume oder Nachtwache?
Ich weiß,
es ist die Schwingung,
die uns trägt,
ich glaube,
es ist das Gefühl,
das uns den Weg zeigt
und dann spüre ich diese
leichte Taubheit,
es prickelt und ich weiß
nicht, ob vor Freude oder
vor Schmerz und dann
fühle ich mich so verletzlich.
Ich fühle,
also bin ich!
Ich lass los und
unvermittelt trifft mich
eine unerwartete Botschaft,
wie ein fein gewebter,
mentaler Lichtstrahl,
eine zarte Streicheleinheit,
die meine suchenden Gedanken
trösten und liebkosen,
mir feinsten Rosenduft mit
zarter Pfirsichnote einhauchen und
meinem Puls neuen Rhythmus
schenken.
Verletzlichkeit,
du machst mich leicht,
umarmst mich sanft,
gleichst diesem
tanzenden Schleier
aus glitzernden Wassertröpfchen
mit bunten Lichtpunkten,
bist mein Regenbogen,
füllst unerwartet Augenblicke
mit Glückshormonen,
traumhafte Momentaufnahmen,
zwischen zwei Wimpernschlägen erhascht,
genossen und verinnerlicht.
Eine kleine Traumsequenz
mit geöffneten Augen,
eine kleine Flutwelle
im Gefühlsmeer,
eine herrlich warme Strömung
zur inneren Wundheilung.
Ich wiege mich sanft
in dieser Erfahrung,
sie lässt mich einfach sein.
Ich fühle es und
halte es fest,
für diesen Moment,
einfach jetzt.
Es tut so gut.
Fühlst du es auch?
© Manuela Engel-Dahan
MUT und Lebensberaterin
für Angst-Wandlung und Klärung
„Jede Krise dient der Heilung“
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