Heute brennt die vierte Adventskerze.
Vier Kerzen, für die Liebe, für geduldiges Warten, für Vorfreude.
Heute Abend wird die achte Chanukka-Kerze entzündet.
Acht Kerzen und der Lichtgeber.
Für Dankbarkeit, Hoffnung, Glaube.
Für das Vertrauen, dass sich alles zum Guten fügen kann, wider alle Regeln.
Zwölf Kerzen. Zwölfmal Licht.
Für zwölf neue Monate. Und die Frage: Was wird mich erwarten?
Wenn ich mit guten Gedanken durch das Leben gehe,
dann schenken mir gute Erwartungen erfüllende Vorfreude,
auf das, was kommt, voller Dankbarkeit für das, was ist.
Wenn es anders kommt, und das kann passieren,
dann habe ich mir die Vorfreude trotzdem bewahrt.
Dann hat mich die Dankbarkeit trotzdem erfüllt.
Ja, ich will trotzen und auch anerkennen, wenn ich wanke.
Ich will mich immer wieder selbst zurückführen ins Licht,
auch, wenn es manchmal schwerfällt, weil erneut Schatten auftauchen.
Vielleicht sind es meine dunkle Geister, die beginnen zu tanzen, vor Vorfreude,
weil das Licht sie küsst.
Ich wünsche mir zwölf gute neue Monate.
Um das Gute zu fühlen und es in Sinn, Gedanken und Taten zu führen.
Ich wünsche mir, dass ich die Verantwortung nicht abgebe,
nur weil es Regeln und Gesetze gibt, die angeblich alles klären.
Vielleicht beginnt die Freude neu, wenn ich für mich selbst kläre,
was ich haben möchte und was nicht.
Vielleicht erwacht das Vertrauen neu,
wenn ich für mich entscheide, was mir guttut und was nicht, auch wenn es nicht allen gefällt.
Ich kann nicht allen gefallen, ich erkenne es an.
Ich wünsche mir Menschen an meiner Seite, die mich erinnern, wenn das Kerzenlicht kurz flackert.
Vier Lichter für Bodenhaftung.
Acht Lichter für Horizont.
Zwölf Lichter für ein neues chancenreiches Jahr.
Meine zwölf Wunschgedanken:
Frohe Weihnachten.
Chag Chanukka sameach.
Licht ist Liebe.
Liebe ist das Vertrauen, das in alle dunklen Winkel reichen kann, wenn wir es weitergeben.
© Manuela Engel-Dahan
Schriftstellerin, Krisenwandlerin, Waldphilosophin
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Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.