Der Wald zeigt sich heute
mit sonniger Laune.
Der Himmel leuchtet intensiv blau,
und der Boden ist mit einem
gefrosteten Blätterteppich ausgelegt.
Jeder Schritt bringt ein
Knispern und Knuspern hervor,
herrliches Knisterkonzert zum
anstehenden Advent.
Das Moos wirkt an den Bäumen
wie extra dicke Weihnachtssocken.
Inmitten meiner verspielten Gedanken
kommt mir ein wunderschöner Ast
ins Blickfeld.
An den Enden hat ein Künstler
Frostkristall drapiert.
Frösteln,
denke ich,
kann zarte oder harte Gründe
haben.
Dieses Frösteln,
im Innern,
wenn uns eisige Kälte
in die Knochen fährt,
weil etwas gesagt oder getan wird,
das die Haare sträuben lässt.
Das Frösteln kommt im Nachhinein,
wenn ich selbst
die Verursacherin war.
Dann fröstelt man
aus der Erinnerung heraus.
Dann ist dieses
unschuldige Frösteln,
aus Verlegenheit oder
erwartender Vorfreude,
das muss die Verkörperung
an diesem Ast sein.
Eine fragile Schönheit,
die mit frostiger Handschrift
ein Lächeln ins Gesicht und
damit ins Herz zaubert.
Allen einen 1. Advent,
der mit wenigstens einem
besonderen Glücksmoment
sanft froh-frösteln lässt.
© Manuela Engel-Dahan
Mut- und Lebensberaterin für Angstbewältigung
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