Eloy vom Honigbaum
23.12.2012 – 19.02.2026
Eloy, der Auserwählte, unser wachender Seelenhund, unser treuer Gefährte.
Er war fast immer an meiner Seite, im Büro, bei Kunden, Lieferanten, bei Bankterminen und sogar mit beim Anwalt. Ein leibhaftiges Krafttier und Wächter im Schloss.
Er hat uns begleitet und beschützt, bis zum letzten Moment mit unbeschreiblicher Würde. Ein Hundetrainer sagte einmal über ihn: „Er mag keine fremden Hunde, aber er liebt die Menschen.“ Und genau das haben wir jeden Tag gespürt.
Er war etwas ganz Besonderes. Bis zum Schluss bewahrte er seinen Stolz, trotz seiner großen Schmerzen und obwohl seine Hinterläufe nicht mehr gehorchten. Es war ihm so wichtig, sein Zuhause reinzuhalten. Auch wenn ihm das Gehen so schwerfiel, ging er immer noch tapfer vor die Tür.
Vom Wald musste er sich bereits vor einem Jahr verabschieden, da die Waldwege nach der letzten OP zu beschwerlich geworden waren. Dafür ging es in den Kurpark. Ganz gemächlich wurde dort jeder Busch und jeder Strauch sorgsam inspiziert.
Seit vier Wochen konnte er auch seinen geliebten Kurpark nicht mehr besuchen. Manchmal schaffte er es noch bis zum Alea-Park und las dort seine Hundezeitung. Die riesige Zahl an Rhododendren haben wir gemeinsam abgezählt.
Er besaß einen edlen Charakter und lag immer richtig, wenn es um Vertrauen ging. Mehr als einmal hat er mich vor Schlimmerem bewahrt.
Gestern mussten wir ihn schweren Herzens gehen lassen. Es war die Zeit für seine Erlösung. Er war bereit und hat es uns vermittelt. Und dann, ganz plötzlich, sprang er am Morgen ein letztes Mal im Schnee und vergaß dabei völlig, dass das eigentlich nicht mehr möglich war. Es war ein kleines Wunder zum Abschied.
Er ist nun erlöst und ohne Schmerzen.
Ein ganz besonderer Dank gilt unserer Tierärztin Frau Dr. Florian und ihrer Assistentin für die unglaublich fürsorgliche und liebevolle Begleitung während der letzten Tage und auf diesem letzten Weg. Ihr Mitgefühl und ihre Fürsorge waren eine große Stütze in dieser schmerzvollen Situation.
Eloy, du fehlst uns. Danke für alles. Du bleibst in unseren Herzen. Immer.
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.