Heute war ich bei Clemens Richard ADAM zu Gast. Wir haben einen Podcast aufgenommen. Unser Thema: Scheitern und wie wir damit umgehen.
Mein Thema. Ich weiß, wie schmerzhaft es sein kann, wenn Pläne nicht aufgehen.
Wenn aus Begeisterung Zweifel werden und Vertrauen in den eigenen Weg verloren geht.
Besonders spannend wurde es nach unserem Gespräch.
Clemens spiegelte mir seine Wahrnehmung. Er sieht meine Stärken darin, Menschen zu verstehen, Prozesse zu durchdringen und pragmatische Lösungen zu erkennen und zu beschreiben. Seine Überlegung: Er könnte sich mich besonders gut an der Seite von Frauen in Führungspositionen im produzierenden Gewerbe vorstellen.
Interessant. Denn ich kenne die Verantwortung, die mit unternehmerischen Entscheidungen verbunden ist. Die Begeisterung, etwas aufzubauen. Die Freude, wenn etwas gelingt. Aber auch die schlaflosen Nächte, wenn die Dinge eine andere Richtung nehmen.
Und manchmal frage ich mich, ob uns nicht alle ein ganz ähnlicher Schmerz eint:
Dass das, was wir tun und leisten, uns irgendwann nicht mehr genügt.
Ganz gleich, ob wir auf der Erfolgsleiter ganz oben stehen oder längst wieder unten angekommen sind.
Unser Blick fällt zurück. Auf die Vision, die wir einmal hatten.
Auf das, was uns angefeuert hat.
Auf die Begeisterung und die Leichtigkeit, mit der wir begonnen haben.
Was hatten wir damals, das uns heute fehlt?
Hat sich die Welt so sehr verändert?
Oder ist auch in uns selbst etwas geschehen?
Wann ist aus der Leichtigkeit eine Bürde geworden?
Vielleicht haben wir irgendwann begonnen, uns an früheren Erfolgen zu messen.
Immer mehr zu leisten, Erwartungen zu erfüllen, etwas beweisen zu wollen.
Und dabei aus den Augen verloren, was uns einmal so viel Freude gemacht hat.
Denn auch das gibt es:
Man erreicht seine Ziele, erfüllt seine Verpflichtungen, gilt als erfolgreich.
Und fühlt sich trotzdem innerlich leer.
Manchmal ist auch der Erfolg ein Scheitern.
Nur eben anders.
Das Gespräch mit Clemens hat mich heute auch bei der Überarbeitung unserer Webseite von Form Your World begleitet.
Ich habe dabei viel über das ursprüngliche Vertrauen nachgedacht.
Über die innere Stimme, die manchmal so leise geworden ist, dass wir sie kaum noch hören.
Und über den Wunsch, wieder Freude an dem zu empfinden, was wir tun.
Zu spüren, dass unsere Arbeit Sinn hat, anderen Menschen nützt und deren Leben bereichert.
Vielleicht dürfen wir uns irgendwann auch die Frage stellen, ob die Vision von damals überhaupt noch die richtige für unser heutiges Leben ist.
Mit Vertrauen beginnt alles.
Und vielleicht beginnt es damit, sich selbst wieder zu vertrauen.
Danke, lieber Clemens, für dieses offene Gespräch, deine Gedanken und den überraschenden Blick von außen.
Ich bin gespannt auf unsere Podcastfolge!
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft
#FormYourWorld #Unternehmertum #Scheitern
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.