30. März 2026

Manifest für die erwachte Frau

Vom Sehen des Schatzes und der Treue zu mir selbst

Ich bin eine Seherin. Ich habe die Gabe, den goldenen Schatz in dir zu sehen, selbst wenn er unter Schmerz, Abwehr oder Schweigen verborgen liegt. Ich sehe das Licht, das in dir angelegt ist.

Bedingungslose Liebe bedeutet, Freiheit zu schenken.

Lange dachte ich, mein Glaube an deine kostbare Seele könne dich erlösen. Ich wollte dein Licht für dich tragen. Heute weiß ich: Meine Liebe zu deinem Wesen braucht den Schutz meines inneren Friedens, damit sie rein bleibt.

Ich erkenne meine Fehlbarkeit. Ich bin ein Mensch auf dem Weg, tastend und begrenzt. Gerade in meiner Verletzlichkeit hüte ich meinen Schutzraum mit Achtsamkeit. Dieser Raum bewahrt meine Kraft. Er ist meine Liebe zu mir selbst. Er ist mein Anker, ein bedingungsloses Ja zu mir selbst.

Dein Schatz gehört dir. Ich ehre die Kostbarkeit in dir, selbst dann, wenn du sie nicht siehst. Und ich bleibe zugleich fest bei mir. Ich überschreite meine Grenzen nicht mehr. Wenn dein Handeln mich verletzt, wähle ich meine Würde. Ich ziehe mich zurück und lasse los.

Ich bin meine eigene Hilfe. Ich erkenne mein eigenes Licht an. Ich lege den Gewohnheitsanzug der Erlöserin ab. Ich trage mich selbst durch dieses Leben. Ich führe mich selbst. Ich vergebe mir das, was mich von mir selbst getrennt hat.

Ich liebe meine Zukunft jetzt. Ich befreie mich aus der Uniform der Erwartungen. Ich bin die Schöpferin meiner Realität. Was ich zum Wachsen brauche, fließt mir zu, wenn ich in Liebe mit mir selbst handle.

Panta rhei. Alles fließt.

Ich sehe den Schatz in dir und bewahre meinen eigenen. Ich vertraue darauf, dass jeder Mensch die Kraft hat, aus dunkler Erde zum Licht durchzubrechen. Ich schenke dir die Freiheit, dein eigenes Samenkorn zu sein. Und ich schenke mir die Erlaubnis, in meiner Mitte zu ruhen.

Ich bin mir wieder treu.
Ich schaue nach vorn.

Ich achte das Licht.
Ich erkenne meinen Wert.
Ich wache über mich.

Ich lasse es gut sein.
Ich schenke mir Frieden.

Ich bin ein losgelöstes Eichenblatt.
Ich löse mich und bleibe doch bei mir.
Nicht mehr vom Alten genährt, sondern vom Leben neu getragen.

© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin • Krisenwandlerin • Impulsgeberin

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Buchbesprechung von Gerhard Charles Rump (postume Veröffentlichung, 08.08.2020) zu Freigeistige Waldgedanken – Band 1.
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.
— Gerhard Charles Rump (1947–2020), Kunsthistoriker und -theoretiker mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst; Privatdozent an der TU Berlin, Kurator, Galerist und Fotokünstler.
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