Es gibt keinen Zustand
kommt es mir in den Sinn.
Seit zwei Tagen sinniere ich über Entstehung,
Bedeutung und Vergänglichkeit von Schneeflocken.
Und dass alles doch permanent in Wandlung ist.
Ein unaufhörlicher Prozess,
selbst ein Stein bleibt nicht in seiner Form,
sondern wird härter oder geschliffen.
Und aus diesem Grund ist ein Zustand bereits eine Vergangenheitsdefinition.
Wenn ich mir das näher verinnerliche,
dann ist es auch die Lösung,
dass nichts bleibt, wie es ist,
dass sich alles drehen und wenden kann,
dass es sich auch bewegt,
wenn ich ruhe.
Deshalb ist es auch laut in mir,
wenn außen alles still ist,
weil in mir alles in Bewegung ist.
Mein Herz pocht,
mein Blut pulsiert,
meine Organe sortieren, ordnen,
senden weiter zur nächsten Station,
was erledigt ist. Und die aktivierten Hormone
mischen mit, lenken ab,
massieren und kneten das Nervenkostüm,
treiben auch Schabernack, stellen Härchen auf
und Gedanken in Frage,
währenddessen sitze ich hier
und niese verbal, also schreibe die Wörter auf,
die in meinem Kopf kitzeln und prickeln.
Ein Wunder, ach was,
viele. Besser: alles Wunder.
Was sind das denn für Zustände?
Wahrlich bewegend.
Also doch.
Wunder eben.
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
#FormYourWorld
#FreigeistigeWaldgedanken
#LyrikImWald
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.