Heute mache ich mir ein Geschenk.
Mir.
Uns.
Eine Liebeserklärung,
an meinen Körper,
der mir alles ermöglicht,
mich begleitet
und mir meine Sinne schenkt.
Er lässt mich …
… Waldduft und Liebe schmecken,
… Angst und Vertrauen riechen,
… Lachen hören,
… Wunder sehen,
… Gänsehaut fühlen.
Er schenkt mir Augen für Farben,
Ohren für Zwischentöne,
Mund zum Tasten, Singen und Kommunizieren,
Haut für Erinnerungen,
Atem für den Austausch,
Hände für Berührung und fürs Erschaffen.
Er erlaubt mir, auszuprobieren, was ich mir wünsche, was ich erlebe.
Er begleitet mich, damit Träume und Visionen Gestalt annehmen.
Er weckt mich täglich,
selbst wenn meine Aufmerksamkeit woanders ist,
damit ich den neuen Tag erleben darf.
Er repariert mich,
wenn Übermut meine Vernunft überrollt.
Er schont mich,
solange er es tragen kann,
wenn ich seine Zeichen übergehe.
Er bleibt an meiner Seite,
selbst in Momenten,
in denen ich ihn verachte und mir etwas anderes wünsche.
Er folgt mir, passt sich an,
nimmt Strapazen auf sich und wandelt sich.
Er sammelt Energie,
legt sie ins Depot,
damit Morgen leichter wird.
Er meint es gut.
Ich brauche Zeit, es zu begreifen,
und manchmal mache ich ihm Vorwürfe.
Ich danke ihm für seine Liebe,
für seine Geduld,
für seine Treue,
auch dann, wenn Missachtung mich übermannt.
Er schenkt mir Cocktails aus Freude und Lust,
lässt es kribbeln und prickeln
und warnt mich mit Ziehen im Bauch oder Druck.
Er macht mich müde, wenn Ruhe ruft,
weil er möchte, dass ich innehalte
und der Seele lausche, was sie zu sagen hat.
Er mixt mir Leben wie Alchemie:
Prickeln als Sternenstaub,
Wärme als Honig,
Gänsehaut als Wahrheit,
Lust als Ja,
Freude als Tanz in den Zellen.
Er ist Liebe in Bewegung.
Seine Grenzen sind Empfehlungen,
seine Signale sind Wegweiser.
Er gibt sein Bestes, selbst wenn ich ihn missachte,
und wenn Liebe zurückkommt,
wächst er über sich hinaus.
Er steht eng im Verbund
mit meinem Geist
und meiner Seele,
ganz von selbst.
Mit meiner Aufmerksamkeit wächst ihre Kraft,
mit meinem Vertrauen versetzen sie Berge.
Meine Seele ist Wurzel.
Sie trinkt Tiefe, sie hält mich.
Mein Geist ist Wind.
Er spielt mit Möglichkeiten, er trägt Samen weit.
Mein Körper ist Baum.
Er steht, er wächst, er trägt Früchte.
Wurzel. Wind. Baum.
Ein lebendiger Bund in mir.
Drei Energien bilden einen Kreis.
Drei Stimmen singen im Chor.
Drei Wege münden in einen Bund.
Mein Geist trägt mich in Bilder.
Er reist. Er träumt. Er plant.
Er malt Möglichkeiten an meinen Horizont
und webt aus Fragen neue Wege.
Meine Seele erinnert mich an mich.
Sie ruft mich zurück in meinen Kern.
Sie führt mich zu dem, was echt ist.
Sie zeigt mir meinen wahren Schatz.
Sie schützt meinen Raum.
Sie hält mich geborgen.
Mein Körper ist die Heimat von beidem.
Er ist der Raum, in dem Geist denkt.
Er ist der Tempel, in dem Seele leuchtet.
Er übersetzt ihre Sprache
in den Rhythmus des Lebens:
Puls weckt Atem,
Atem weckt Leben.
Und wenn Vertrauen zur Seele leiser wird,
wird mein Körper zur Trommel.
Ein Pochen. Ein Ziehen. Ein Drängen.
Ein „Hier entlang“.
Ein „Komm zurück“.
Ein „Bleib bei dir“.
Er klopft an.
Er stellt sich in den Weg.
Er schützt mich vor mir selbst.
Er bietet Pause als Einladung.
Er bittet um Rückkehr zu mir.
Heute höre ich hin.
Heute lege ich meine Hände auf mich,
auf mein Herz und meinen Bauch
und sage meinem Körper:
Ich lege meine Hände auf mich
wie ein Versprechen.
Ich werde weich.
Ich werde weit.
Ich werde wahr.
Und mein Körper antwortet
mit Leben.
Ich fühle dich.
Ich sehe das alles, was du leistest für mich.
Ich danke dir, weil du für mich da bist.
Ich liebe dich.
Danke, dass du mir das alles schenkst,
bis zum letzten Atemzug.
In Liebe.
© Manuela Engel Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
P.S. Das Foto entstand im Café Kowalskis im Kurpark. Sie trohnt dort auf der Fensterbank, zusammen mit anderem Zauberhaftem. Letzten Sommer gab’s auf der Terrasse des Öfteren ein „Lesedate mit Manuela“ mit meinen Freigeistigen Waldgedanken. Ich liebe diesen Ort: Leckereien für Körper, Geist und Seele. Herzlichkeit und Leidenschaft spürt man im Angebot und im Service. Und dann dieser Rundumblick auf den Bad Orber Kurpark, die alten Bäume, die Saline direkt nebenan. Einfach magisch.
#FormYourWorld
#FreigeistigeWaldgedanken
#meinValentin
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.