09. Juli 2026

ZEIT für VERTRAUEN

heißt auch, Menschen etwas zuzutrauen, nicht alles zu kontrollieren.

Was ist los?

Es fehlt an Vertrauen. In allen Ecken.

Nicht nur bei den jungen Menschen, die desillusioniert in die Zukunft blicken.

Es zieht sich durch das ganze Land. Selbst beim Fußball, jetzt zur Weltmeisterschaft, hat es unsere Mannschaft ereilt.

Stehen wir ein für uns selbst, für unsere Gesellschaft, für unser Land?

Wo ist sie denn, unsere Deutschlandflagge?

Früher, beim Sommermärchen, war sie ein Symbol für ein beschwingtes, gemeinsames „Wir“. Heute wirkt sie eingeklemmt in endlose Debatten, in Misstrauen und Rechtfertigung.

Wir wagen es kaum noch, Farbe zu bekennen.

Dann sind wir eben bunt.

Aber reicht das?

Braucht es nicht wieder Vertrauen in uns und unser Land?

Es ist dasselbe Muster.

Wir erleben es in der Politik. In einer Sprache, die kaum noch jemand versteht. Oder vielleicht auch nicht verstehen soll.

Da werden Begriffe in den Raum gestellt, die nach Ordnung, Reform und Sachlichkeit klingen.

Wirkungsgleichheit. Umlageverfahren. Entlastungspaket. Sondervermögen. Transformationsprozess.

Und der Bürger sitzt davor und fragt sich:

Was bedeutet das jetzt für mein Leben?

Für meinen Arbeitsplatz? Für meine Rente? Für meine Familie? Für mein Unternehmen?

Vielleicht bräuchte es neben der Gebärdensprache längst eine Simultanübersetzung für Wählerinnen und Wähler.

Eine Übersetzung aus politischem Verschachtelungsdeutsch in eine Sprache, die wieder ehrlich sagt, was gemeint ist.

Denn Vertrauen entsteht nicht durch Worthülsen.
Vertrauen entsteht, wenn Sprache wieder aufrichtig wird.
Wenn ehrlich formuliert wird.

Denn wenn Sprache nicht mehr verbindet, sondern verschleiert, wächst Misstrauen.
Dann fühlen sich Menschen nicht mitgenommen, sondern verwaltet. Nicht ernst genommen, sondern belehrt. Nicht beteiligt, sondern ausgeschlossen.


Und genau dann passiert das Gegenteil von dem, was eigentlich gewollt ist.
Wähler ziehen sich zurück. Menschen verlieren Hoffnung und Mut. Unternehmen wenden sich vom deutschen Standort ab. Meinungen verhärten sich. Brandmauern werden höher, wo Brücken Möglichkeit zum Austausch geben könnten.

Am Ende fehlt nicht nur Vertrauen in Parteien oder Entscheidungen.

Es fehlt Vertrauen in das gemeinsame Ganze, aus dem Zukunft entstehen kann.

Wenn das Fundament bröckelt, suchen wir Halt im Außen. In Regeln, Kontrolle und vermeintlicher Sicherheit.

Doch ohne Vertrauen wird auch der Rest des Gebäudes nicht stehen bleiben.

Zu wenig Zuversicht. Zu wenig Miteinander. Zu viel Härte.

Und doch müssen wir es schaffen.
Wenn nicht mehr nur für uns, dann doch für unsere Kinder.
Vielleicht ist genau jetzt vieles möglich.
Sogar mehr, als wir denken.

Vielleicht braucht nicht jeder Mensch die perfekten Bedingungen der Vergangenheit, sondern nur diesen einen Moment, in dem er der Zukunft wieder glaubt.

Und wie geht das?

Indem wir einander wieder glauben.
Und auch das fängt bei uns selbst an.
Beim Partner. Bei den Kindern. Bei Freunden. Bei Arbeitskollegen. Bei Menschen, die anders denken als wir.

Vielleicht brauchen wir uns nicht nur um Umwelt und Klima zu sorgen, sondern zuerst wieder mehr um uns selbst und den Nächsten.
Wenn wir das tun, werden wir vielleicht gar nicht mehr alles konsumieren. Vielleicht ganz anders produzieren. Und vor allem auch anders verkaufen.

Die Umwelt braucht uns nicht in der Form, wie wir manchmal glauben. Sie wird sich weiterentwickeln und anpassen, auch wenn wir längst nicht mehr da sind.

Die Erde sorgt für den Fortbestand. Das hat sie vor uns getan und das wird sie auch nach uns tun.
Denn das Leben findet seinen Weg.
Auch dann, wenn alte Systeme meinen, sie wüssten allein, wie Wachstum geht.

Die Umstände sind doch immer neu. Immer verändert. Immer anders als gedacht.
Vielleicht braucht es diese Extreme der Gegenwart, damit wir den Wert von echtem Vertrauen wieder ganz neu schätzen lernen.

Damit jeder wieder wachsen darf.
Auf seine eigene Weise.

Trau dich.
Vertrau dir.
Dann kannst du es auch bei deinem Gegenüber.

© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft

#FormYourWorld
#FreigeistigeWaldgedanken
#Vertrauen
#Generationendialog
#ZukunftGestalten

P.S. Kein Bild aus dem Wald, das kam heute von der KI. Die Mini-Job Debatte und ein Gespräch mit einem Gastronom hat mich inspiriert und die KI hat mir geholfen.

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Buchbesprechung von Gerhard Charles Rump (postume Veröffentlichung, 08.08.2020) zu Freigeistige Waldgedanken – Band 1.
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.
— Gerhard Charles Rump (1947–2020), Kunsthistoriker und -theoretiker mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst; Privatdozent an der TU Berlin, Kurator, Galerist und Fotokünstler.
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