Ein Gedanke von Gerald Hüther hat heute etwas in mir befeuert.
Führung bedeutet,
Menschen in die Selbstverantwortung zu führen.
Ja, das entspricht meinem Menschenbild.
Ich habe versucht, das zu leben
und weiterzugeben.
Doch gerade heute habe ich einen Gedanken,
der viel weiter geht.
Ist der Führende derjenige,
der sagt, wo es langgeht?
Oder hält er vielmehr eine Vision,
stellt einen Rahmen zur Verfügung
und vertraut darauf,
dass Menschen ihren Weg darin finden?
Eine Führungskraft begleitet Menschen
in ihre eigene Kraft.
Sie erkennt Talente.
Sie öffnet Räume.
Sie schenkt Orientierung.
Sie gibt Vertrauen.
Sie stellt den Rahmen zur Verfügung,
damit andere ihren Bereich erobern,
gestalten, verantworten
und mit Leben füllen.
Und dann geschieht das,
was Wunder bewirken kann.
Dann lösen sich Widerstände auf.
Dann öffnen sich neue Fenster und Türen.
Dann gewinnen alle.
Und die Führungskraft erhält vielleicht
das größte Geschenk:
Mitarbeitende kommen mit eigenen Gedanken.
Mit eigenen Wegen.
Mit eigenen Lösungen.
Und das wahre Geschenk für die Führungskraft:
Zeit für neue Gedanken, Ideen und Visionen.
Wo Menschen selbstverantwortlich wirken dürfen,
entsteht Bewegung, Reife, Freude.
Ein gesegnetes Feld,
in dem Unternehmen wachsen können.
Und ein Team,
das den Herausforderungen,
die aus Wirtschaft und Politik
unvermittelt hereinprasseln,
angstbefreiter entgegentritt.
Und dann kam mir heute
ein radikaler Gedanke.
Wenn Gott eine Führungskraft wäre,
wäre er vielleicht eine herausragende.
Er hat uns auf diese Welt gebracht.
Uns diese Erde geschenkt.
Uns Talente mitgegeben.
Uns Freiheit anvertraut.
Uns durch den Glauben
eine tiefe Erinnerung ins Herz gelegt:
Vertraue.
Gehe.
Wähle.
Gestalte.
Übernimm Verantwortung
für das, was dir gegeben wurde.
Vielleicht hat er uns alles geschenkt,
damit wir es gelingen lassen.
Und dann rufen wir nach ihm:
Warum lässt du das zu?
Vielleicht liegt genau dort
der größte Spiegel.
Wir bitten um Eingreifen
und tragen doch die Werkzeuge in uns.
Wir suchen Antwort im Außen
und spüren die Verantwortung im Inneren.
Wir sehnen uns nach Führung
und wurden längst mit allem ausgestattet,
was Entwicklung möglich macht.
Vielleicht ist Vertrauen genau das:
Dem anderen seine Kraft lassen.
Dem anderen seinen Weg zutrauen.
Dem anderen die Möglichkeit eröffnen,
aus dem Geschenkten etwas Eigenes zu formen.
Übertragen auf Unternehmen
wird daraus eine neue Tiefe von Führung.
Vielleicht ist das die eigentliche Reife von Führung:
Sich selbst so zu führen,
dass Talente sich selbstverantwortlich entwickeln können.
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft
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