Jahresende,
nicht wirklich ein Ende,
alles fließt.
Jahrespause, vielleicht,
ein wenig zaudern,
Gedankenbilder ertasten,
Gefühlsaromen kosten,
in sanften Träumen lesen,
im Vertrauen wiegen.
Was ging, war nicht passend.
Was nicht kam, war nicht bereit.
Was kam, war nicht alles gewollt,
vielleicht kam manches, um zu erfahren:
Licht und Schatten stecken in jeder Handlung,
und vielleicht trägst du es auch in dir.
Was nicht gelang, war vielleicht noch nicht reif.
Was schmerzte, wurde zur Erkenntnis:
dass nichts aufzuwiegen ist,
dass allein Vergebung zählt,
mir selbst und damit jedem und allem,
dass Wandlung in Annahme geschieht.
Dass alles, was sich wandelt,
ein Teil von mir selbst ist,
den ich loslasse, um leichter zu werden.
Dass leichter wirklich weniger schwer ist.
Was ist, war schon immer da.
Was sein wird, ist längst geschehen.
Was sein wird, darf begrüßt werden
und herzlich eingeladen sein.
Manches macht traurig,
manches erweckt Widerstand.
Leben darf erfreuen,
jedes Gefühl ist mir erlaubt und zugestanden.
Darauf vertrauen, dass alles, was ist,
so ist, wie es sein soll,
so ist, wie ich es bewerte,
weil nur der Wert zählt,
den ich ihm gebe.
Darauf vertrauen, dass es dem Wachsen dient,
und ihm mit Vorfreude begegnen,
bereits jetzt.
Leben im Fluss,
für dieses schöne Gefühl,
dass alles eins ist
und ich selbst mitten drin.
Jahresende: hab Dank.
Jahresanfang: hereinspaziert.
Möge das Licht die Schatten erhellen,
doch ohne Schatten: niemals Licht.
Bedingungslos ist die Richtung,
die alles klärt und im Spiegel zeigt.
Lass dich von der Unschuld berühren.
Ich bin wie du.
Tief drinnen weißt du es.
Danke an das Leben.
© Manuela Engel Dahan
Schriftstellerin, Krisenwandlerin, Waldphilosophin
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Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.