Nachdem ich mich kürzlich satirisch über die Deutsche Bahn geäußert hatte,
liegt es mir sehr am Herzen,
nun ein Kompliment auszusprechen,
und der bösen Zunge eine Verbeugung nachzureichen.
Bei meiner Fahrt nach NRW hatte ich diverse Fahrplanänderungen und habe mich darauf eingelassen.
Gleich der erste Zug Verspätung.
In Frankfurt dann so eine heimische Begrüßung, das war einfach herrlich und schenkte mir supergute Laune.
„Vorsischt an den Gleise,
bitte schö uffbasse.
Mir wolle doch,
dass Sie gud ankomme.“
Es ging holprig weiter und ich war trotzdem entspannt. Bequemer Sitzplatz, supernette Bahnmitarbeiter, humorvolle Kommentare.
Was ich erlebte war genügend Zeit,
um die Menschen in den Bahnhöfen zu beobachten und mich zu entspannen.
Wer jetzt glaubt, das sei jetzt Ironie, weit gefehlt, ich habe die Verspätungen als Chance wahrgenommen, um Zeit für interessante Gespräche und Begegnungen zu nutzen.
Und was will man machen, wenn es Baustellen, Staus und Polizeieinsätze gibt, wenn auf Züge gewartet wird und dann umsonst, vielleicht zeigt das Leben uns, oder mir, schau dir die Welt mal an und hetze nicht zum Termin und zeige Mitgefühl für jene, die arbeiten und ihr Bestes geben.
Besonders großartig war die Rückfahrt mit dem ICE nach Frankfurt erneut mit „Frankfurter Schlappmaul“ und köstlichen Kommentaren zu den jeweiligen Haltestellen und Anschlüssen.
Es war eine echte Freude und die Entschuldigung, weil eine Minute zu früh „es dut mir so leid, aber mir sin zu früh“
war so erheiternd, ich bin grinsend aus dem Zug, und siehe da, ein anderer Anschlusszug, der eigentlich Verspätung hatte, stand direkt am Gleis und ich war dann eine halbe Stunde früher zuhause als geplant.
Toll.
Danke Deutsche Bahn, ich buche wieder, ich nehme mir ein Buch und Schreibzeug mit und mache mir die Fahrt- und eventuelle Wartezeit einfach gemütlich.
Ein echter Lieblingsgast, mit und ohne Schokolade.
© Manuela Engel-Dahan
Schriftstellerin, Krisenwandlerin, Waldphilosophin
#DeutscheBahn #Frankfurt #Hessen #Reiselust #Entschleunigung #Humor #Bahnfahren #FormYourWorld #PositivDenken
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.