24. Juni 2024

Von Digitalis und Dosierung

Klingelingeling ... schau mal genau hin ...

Wie schön ist das,
Fingerhut an Fingerhut,
schmücken leuchtend
die grünen Hänge aus
Moos und hohem Gras.

Tanzen und winken fröhlich
neben totem Holz
mit ihren Feen Glöckchen
oder Mützchen.

Sie leuchten in unzähligen
lila Farbvarianten,
zwischendrin auch
vorwitzige Einzelhänger in
Weiß oder zartem Rosé.

Da höre ich sie singen,
„Digitalis, Digitalis,
wenn du zu viel nimmst,
dann war‘s das ….“

Ich weiß,
dass die Blätter hochgiftig sind,
doch als Heilpflanze richtig dosiert,
ein Herz wieder in seinen
schwingenden Rhythmus bringen.
Tod oder Belebung,
Arm in Arm,
dazwischen ein schmaler Grat.

Der Reim geht mir nicht mehr
aus dem Kopf und
mein Hirnzellen spielen Scrabble …
Digitalis - Digitalisierung ….
wenn du zu viel nimmst ….

Wenn wir zu viel
davon konsumieren,
dann kommen wir aus
dem Rhythmus.

Von digitaler Demenz habe
ich gelesen und es
klingt plausibel.

Was wir als künstliche
Intelligenz bezeichnen,
das ist auch wahrhaft künstlich,
das ist doch kein Denkprozess, oder?

Es sind Datensammlungen,
blitzschnell ausgespuckt,
die uns verblüffen und uns
davor „bewahren“ selbst
denken zu müssen.

Gott bewahre?
Sollten wir aufmerksamer sein?

Welche Daten stehen
zur Verfügung?
Wer hat sie gesammelt,
wo stammen sie her?

Werden sie eines Tages aufstehen
und wieder habe ein Natur-Bild vor Augen,

so als ob

„die Gurken aufstehen und
den Gärtner schlagen würden“ …

Aua …

Wir sollten auf die
Dosierung achten,
die Feen meinen es gut
und doch kann eine Fee
auch anders,
wenn wir zu viel
„der guten Medizin verlangen“,
dann bringt sie den Tod …

Zuviel ist selten gut,
man kann sogar sterben,
wenn man zu viel Wasser trinkt.
Das spült notwendige Mineralien
aus dem Körper …

Also Vorsicht,
dass wir unser Hirn nicht
aus- oder leerspülen.

Fast Food fürs Hirn,
schnelle, gebündelte Information
ist ziemlich hilfreich und entspannt,
doch bevor wir geistig erlahmen,
braucht es auch
würzige, herzhafte Denkkost,
um geistig rege und
aufmerksam zu bleiben.

Unsere Nervenzellen im Hirn
sollten ordentlich blitzen und
funken können, sich verknüpfen.
Gehirn-Jogging eben.

Unser Hirn braucht
Trainingseinheiten,
damit unser emotionslose,
stoische Spar-Manager in
unserem Hightech-Körper-System
nicht einfach den Strom
abstellt.

So ein Lump,
was nicht gebraucht wird,
wird rigoros abgestellt,
wenn die Warnsignale ignoriert
oder nicht ernst genommen werden.
Der Automatismus fackelt dann
nicht mehr lange.

Also Obacht!

Ja, okay, jetzt klingelt‘s aber,
danke ihr Fingerhut-Glöckchen
für die wichtige Warnung.

Im Wald,
da kann man nicht nur baden,
sondern auch Botschaften
empfangen,
wenn man mag,

Klingeling,
ist das schön!


© Manuela Engel-Dahan

#MUTBeraterin
#FormYourWorld

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— Gerhard Charles Rump (1947–2020), Kunsthistoriker und -theoretiker mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst; Privatdozent an der TU Berlin, Kurator, Galerist und Fotokünstler.
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