Vom Ich zum Wir
Es wird leichter,
wenn ich mich versöhne
mit dem, was nicht ist,
wie ich geglaubt habe,
dass es ist.
Das Ich, das weitermacht,
obwohl es aufhören wollte.
Das Ich, das dableibt,
obwohl es gehen wollte.
Das Ich, das Ja sagt,
obwohl es Nein heißen sollte.
Das Ich,
das sich ärgert,
wenn andere tun,
was es sich selbst verboten hat.
Das Ich,
das ans Wir geglaubt hat
und doch allein zurückblieb.
Vielleicht fehlt
die Versöhnung mit dem Wir,
damit es leichter wird,
mit dem Wir, das nicht das Wir ist,
an das wir glaubten.
Das Wir,
das tolerant sein wollte
und sich in Spaltung wiederfindet.
Das Wir, das Frieden wollte
und sich im Krieg befindet.
Das Wir,
das schützen wollte
und selbst schutzlos ist.
Und dann, irgendwann,
in einem Jetzt,
das uns zeigt,
dass alles aus uns,
aus dem Ich, aus dem Wir
in die Welt kommt,
legen wir die Waffen nieder.
Wir leben nicht mehr mit
Befürchtungen, Urteilen und Vergleichen.
Wir sehen, dass jedes Wir
so viele Ichs in sich trägt,
die nicht sagen, was sie fühlen,
und tun, was sie nicht wollten.
Dann nehmen wir sie alle an die Hand,
fangen wir still beim Ich an
und sagen Ja zu uns selbst
und damit auch zur Welt.
Dann wird nicht mehr diskutiert,
was man nicht fragen oder sagen darf,
weil jede und jeder in sich ruht
und annimmt, was ist.
Vom Ich zum Wir.
Es beginnt bei
mir und bei dir,
gemeinsam sind wir.
© Manuela Engel-Dahan
WaldPhilosophin | Entspannungstrainerin | Stress- und Burnout-Coach
Im Wald gefühlt. Ins Leben geschrieben.
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