Die Welt sieht uns, wie wir uns sehen.
Sie riecht unseren Selbstwert.
Sie hört unseren Herzschlag.
Sie fühlt, was wir wirklich glauben.
Mit meinen Fragen gehe ich nach draußen.
In den Wald. Auf Wiesen. Zu den Tieren.
Dort spreche ich mit mir selbst und bekomme Antworten.
Nicht wortwörtlich und nicht geschniegelt klug.
Eher so, dass ich manchmal lachen muss,
weil das Leben eine erstaunlich direkte Art hat, mich zu prüfen.
Was ich ausspreche, taucht oft kurz darauf wieder auf.
Fast so, als würde etwas spitz nachfragen:
Hast du das so gemeint?
Oder war das nur schön gesagt?
Während ich das hier schreibe, lese ich eine Nachricht.
Selbstzweifel. Schuldgefühle. Trauer.
Ja.
Das darf sein.
Es ist traurig, wenn etwas nicht wird, woran das Herz hing.
Es tut weh, wenn Einsatz und Engagement sich am Ende nicht auszahlen.
Und ja, das Leben ist manchmal beschissen.
Dann hilft mir kein Antreiber.
Dann braucht es Trost.
Und den darf ich mir auch selbst geben.
Wenn ich schon mit mir ins Gericht gehe,
dann darf ich auch die sein, die mich auffängt.
Dann darf meine eigene Stimme sagen, was wahr ist.
Ich sehe dich.
Ich höre dich.
Ich weiß, wie sehr du es gewollt hast.
Ich weiß, das schmerzt.
Und wenn die Tränen getrocknet sind,
dann ist Zeit, mich zu erinnern.
Nicht geschniegelt.
Nicht größer gemacht, als ich bin.
Einfach wahr.
Dann schaue ich hin.
Auf das, was ich geschaffen habe.
Auf das, was ich getragen habe.
Auf das, was ich überstanden habe.
Auf Wege, die ich gegangen bin, obwohl ich sie mir vorher nicht zugetraut hätte.
Auf Menschen, die ich gestärkt habe.
Auf Stellen in meinem Leben, an denen längst sichtbar wurde, was noch alles in mir steckt.
Dann staune ich manchmal selbst.
Ja, auch das ist erlaubt.
Selbstvertrauen fällt nicht vom Himmel.
Es wächst dort, wo ich aufhöre, mich gegen mich selbst zu stellen.
Es wächst, wenn ich anerkenne, was da ist.
Auch die Müdigkeit. Auch die Schwäche.
Auch die Verzagtheit, wenn der Mut kurz Pause macht,
und das Vertrauen sich hinter mir selbst versteckt.
Genau dort beginnt etwas.
Denn von dort aus kann ich mich wieder aufnehmen.
Mich sortieren.
Mich erinnern.
Mich an die Hand nehmen.
Ich hole Luft.
Ich richte mir den Rücken.
Ich nehme mich ernst.
Und dann sage ich mir:
Du weißt, was du kannst.
Du weißt, was du erlebt hast.
Du weißt, was du wert bist.
Darauf kannst du aufbauen.
Mehr braucht es manchmal gar nicht.
Nur diesen einen ehrlichen Moment,
in dem ich mich selbst wieder an die Hand nehme
und mit mir weitergehe.
Vertrauensvoll.
© Manuela Engel Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Beraterin für Verkaufsförderung mit GEO/screen
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