Wir muten uns gegenseitig zu,
unterschiedlich zu sein.
Unterschiedlich zu denken, zu fühlen, zu bewerten.
Unterschiedlich Nein zu sagen.
Eine Meinung ist die persönliche Haltung eines Menschen zu einem Thema.
Wenn sie ausschließlich die eigene Haltung betrifft,
muss sie weder begründet noch bewiesen werden,
damit sie existieren darf.
Niemand hat das Recht, einem Menschen abzusprechen,
was er fühlt, denkt
oder für sich selbst als richtig erkennt.
Ich darf sagen:
„Ich sehe das anders.“
„Das überzeugt mich nicht.“
„Nein, ich will das nicht.“
„Nein, ich trage das nicht mit.“
Das ist eine Meinung.
Und eine Grenze.
Respekt bedeutet,
einen Menschen nicht für seine innere Haltung zu bestrafen.
Doch keine Meinung ist:
Beleidigung.
Gezielte Falschbehauptung.
Manipulation.
Diskreditierung.
Ausgrenzung.
Angstschürung.
Solange eine Meinung niemanden herabsetzt, täuscht oder entwürdigt,
ist sie Ausdruck persönlicher Freiheit.
Und wer behauptet, eine Meinung verletze andere,
sollte konkret benennen können, worin diese Verletzung liegt.
Wer ausgrenzt,
nur weil er ein unbequemes Nein nicht aushält,
verletzt die Menschlichkeit,
die unsere Freiheit erst wahrhaftig macht.
Denn Meinungsfreiheit zeigt sich dort,
wo Unterschiedlichkeit stehen bleiben darf.
© Manuela Engel-Dahan
WaldPhilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft
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