Heute war ich bei der offiziellen Eröffnung von U25 im Bistum Mainz, eine Online Suizidprävention der Caritas, bei der junge Ehrenamtliche andere junge Menschen anonym in Krisen begleiten.
Es war aufrüttelnd.
Bewegt, weil ich gespürt habe, wie viel Liebe und Engagement in diesem Raum war.
Erschüttert, weil wir über so viele junge Menschen sprechen, die kein Licht mehr sehen und ihr Leben auslöschen.
Nachdenklich, weil ich gespürt habe, wie viel Verantwortung auf jungen Menschen liegt.
Beeindruckt, weil junge Menschen im Ehrenamt Verantwortung übernehmen, um Gleichaltrige in Krisen zu begleiten und ihnen einen ersten sicheren Kontakt zu geben.
Ich habe dort Menschen erlebt, die voller Leidenschaft und Mitgefühl etwas bewegen wollen. Dabei junge Menschen, die sich in 12 Wochen zu Peers ausbilden lassen, um Gleichaltrige zu begleiten, zuzuhören und Beziehung anzubieten, wenn es innen dunkel wird. Das kann über Jahre gehen, hieß es. Eine unglaubliche Verantwortung.
Ist das nicht unser aller Verantwortung, wenn wir es nicht schaffen, jungen Menschen eine Zukunft zu zeigen, die Hoffnung gibt? Auch Corona wurde als Katalysator benannt.
Und jetzt im Jahr 2026 kommen freiwillig Gleichaltrige, schenken eigene Lebenszeit, und sagen:
Du bist nicht allein. Du bist okay. Du bist richtig hier.
Was sagt uns das?
Wir dürfen nicht mehr wegschauen.
Heute wurde vom vorgelegten Suizidpräventionsgesetz gesprochen, in der Hoffnung, dass es erlassen wird. Damit Hilfe gesetzlich verankert und jeder die Unterstützung bekommen kann, die gerade gebraucht wird.
Ob ein erstes vertrauliches Gespräch, Soforthilfe oder einfach das Gefühl, dass das eigene Leben geschützt wird, auch in den dunkelsten Momenten.
Es wäre ein richtiger Anfang, damit verlässliche Strukturen und langfristige Begleitung auch finanziell getragen werden. Das U25 Projekt ist bislang nur bis 2027 finanziell gesichert. Es könnte dann nach 25 Jahren als Programm etabliert werden.
Es wird wohl auch Zeit.
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Wenn du selbst betroffen bist oder dir Sorgen um jemanden machst, hol dir Unterstützung.
Du musst da nicht allein durch.
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