Mut zur Wahrheit
In Deutschland trägt die Geschichte des Zweiten Weltkriegs eine schwerwiegende Last:
eine posttraumatische Belastungsstörung, die tief im kollektiven Bewusstsein verankert ist.
Diese Traumata haben zu einem Gutmenschentum geführt, das in seinem Streben nach Anstand und Gleichheit oft die Gefahren des Verdrängens und der Verharmlosung ignoriert.
Die Angst, als Nazi, rassistisch oder nicht aufgeschlossen beschimpft zu werden, führt zu einem gefährlichen Schweigen, das auch Auswüchse in einer Spaltung innerhalb der deutschen Bevölkerung hat. Die Täter-Opfer-Umkehr ist dabei ein weiteres Hemmnis.
Es bringt nichts, kommunale Politiker zu beschimpfen oder Personal auszutauschen, wenn wir nicht an den Wurzeln der Probleme ansetzen. Wir müssen uns vielmehr mit dem befassen, was an den Orten geschieht, an denen Straftaten auftreten, und diese realistisch benennen.
Wir können Angst nur bewältigen, wenn wir uns ihr stellen und den Mut haben, transkriptfrei zu sprechen. Es braucht sowohl den Aufruf zur Wahrheit als auch den Mut zur Aufarbeitung.
Es ist an der Zeit, nicht nur die Probleme anzusprechen, sondern auch die notwendigen Schritte zur Aufklärung und Sensibilisierung in unserer Gesellschaft zu initiieren. Auf einer Sicherheitskonferenz im Jahr 2019 in Berlin hatte ich mit diversen Politikern über eine notwendige Aufklärungsarbeit in Bezug auf Verhaltensregeln im Umgang mit Frauen für Männer aus fremden Kulturen gesprochen.
Es ist jetzt an der Zeit, Ross und Reiter zu benennen. Erst wenn wir nicht nur gleiches Recht, sondern auch gleiches Strafrecht für alle leben, kann unsere Gesellschaft heilen.
Erst wenn Mädchen und Frauen wieder ohne Angst und ohne Fragen zur Kleiderordnung öffentliche Plätze nutzen können, sind wir auf dem richtigen Weg.
© Manuela Engel-Dahan
WALDphilosophin | WORTbotschafterin | MUTweckerin |
Selfcare-Coach | Gründerin MUTmachSALON |
Autorin „Freigeistige Waldgedanken“
Im Wald gefühlt. Ins Leben geschrieben.
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Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.