Heute Morgen fiel mir auf: Über den Unterschied zwischen Angst und Furcht habe ich bisher nicht detailliert nachgedacht. Und ich hatte diesen Aha-Moment. Vielleicht ist es genau diese Verwechslung, die uns die Sicht nimmt.
Angst als Vertrauensvorschuss an mich selbst, weil sie mir eine Grenze zeigt: Vertraust du dir selbst? Reicht Zuversicht und dein Glaube?
Es braucht Hinwendung, Zuwendung und Durchleben. Die Angst, der Scheinriese, die Botschaft erkennen und dann: Ja, ich kann es aushalten. Ja, ich kann es bewältigen, anders als vorgestellt. Angst als Test für Selbstwirksamkeit. Wachsen und gelassener werden.
Und jetzt die Manipulation durch Angst:
Die Furcht wird uns vor die Nase gesetzt. Der Unterschied ist entscheidend: Angst diffus, ein dunkler Nebel, nicht greifbar und noch in der Zukunft. Die Furcht dagegen an ein Objekt gebunden. Das wilde Tier vor uns mit fletschenden Zähnen. Der Abgrund. Das Auto, das auf uns zurast. Zurücktreten, zur Seite springen, entfernen. Niemand wird freiwillig prüfen, wie scharf die Zähne sind. Furcht schützt uns, sie rettet Leben.
Wenn ein Objekt präsentiert wird, eine Bedrohung, klar benannt und positioniert, verwandelt sich diffuse Angst mit einer möglichen Bedrohung in echte Lebensgefahr. Dann starten die körpereigenen Programme unverzüglich. Aus Angstgedanken wird reale Furcht, denn die Bedrohung ist konkret. Ein Feind. Eine Krise. Ein Untergangsszenario. Das Bild ist so groß, wie ein riesiger Bär. Wer würde sich trauen, ihm entgegenzugehen oder gar durch ihn hindurchzugehen. Ohnmacht übernimmt, die Furcht wird zum Dirigenten.
Darum rufe ich seit der Gründung des MUTmachSALON im Jahr 2018: Schafft die Angst ab! Es geht um das Abschaffen von Angst als Druckmittel, durch Instrumentalisierung unserer Gefühle. Wenn Angst zur Furcht konditioniert wird, dann wird sie zum Zaumzeug, wenn sie in falsche Hände gerät.
Und die Frage ist: Was steckt dahinter. Prävention. Oder Kontrolle?
Was hilft? Für mich Ruhe. Gespräche mit besonnenen Menschen. Was für ein Wort: besonnen, wie von Licht beseelt. Menschen, die Licht in Gedanken, Wort und Handlung bringen.
Immer wieder Licht. Und am deutlichsten erkennt man es dort, wo Schatten sind. Vielleicht sind die Schatten da, damit wir das Licht bewusster wahrnehmen können.
Und am Ende habe ich noch in der Bibel nachgesehen, weil ich wissen wollte: Spricht sie von Furcht oder von Angst. Schaut mal, ist das nicht wundervoll:
„Fürchte dich nicht, denn ich bin mit dir; hab keine Angst, denn ich bin dein Gott!“ (Jesaja 41.10, die-bibel.de)
© Manuela Engel-Dahan
Schriftstellerin, Krisenwandlerin, Waldphilosophin
#AngstUndFurcht #Vertrauen #Selbstwirksamkeit #InnereStärke #Resilienz #Besonnenheit #Menschlichkeit #Deeskalation #Verständigung #DialogStattSpaltung #Waldphilosophie #Waldgedanken #LichtUndSchatten #FürchteDichNicht #Advent #FormYourWorld
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.