Heute wird unser Grundgesetz 77.
In der hebräischen Zahlenmystik begegnen mir dazu zwei Bilder: Migdal, der Turm, und Mazal, das Glück, eine Kraft, die ins Fließen kommen will.
Der Turm steht für den Staat, seine Regeln und seine Verwaltung. Seine Aufgabe ist Schutz. Doch wenn dieses System Angst bekommt, baut es Mauern. Dann schützt der Turm nicht mehr die Bürger, sondern sich selbst vor den Bürgern.
Es entstehen Brandmauern, Bürokratie und Denkverbote. Aus Angst vor Fehlern versucht Politik, alles vorab zu kontrollieren.
Entscheidungen, die aus Angst getroffen werden, führen selten zu dem Erfolg, den sie versprechen.
Der Raum für Eigenverantwortung wird enger. Vertrauen schrumpft.
Mazal wird für mich zum Bild des lebendigen Flusses. Er steht für die Kraft des Volkes, für Gemeinden, Kommunen und freien Willen. Ein Fluss braucht Raum.
Genau das ist Demokratie: Vertrauen darauf, dass Menschen vor Ort oft am besten wissen, was gut für sie ist.
Auf der Jahrestagung der jungen Bürgermeister in Berlin stellte Dr. Katrin Leonhardt, Vorstandsvorsitzende der Sächsischen Aufbaubank, Handlungsempfehlungen der Reformkommission zur Stärkung handlungsfähiger Kommunen in Sachsen vor.
Ich war zutiefst beeindruckt.
Im Kern geht es um eine digitale zentrale Plattform, um das Vertrauensprinzip und um weniger Bürokratie. Um „Einheit in der Vielfalt“ und „Partnership Intelligence“ zwischen Staat, Kommune und Bürgern.
Vertrauen investieren statt Misstrauen verwalten.
Gemeinden brauchen echte Kompetenzen zurück. Prozesse müssen einfacher, einheitlicher und kürzer werden. Digitale Verwaltung kann den Staat vom Kontrolleur zum Ermöglicher machen.
Demokratie darf keine Absicherung gegen das eigene Volk sein. Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus.
Mein Fazit:
Wenn der Turm seinen Panzer ablegt, digitale Werkzeuge nutzt, die wirklich unterstützen, und den Menschen vor Ort wieder vertraut, schließt sich der Kreis einer mündigen Demokratie.
© Manuela Engel-Dahan
Waldphilosophin und Krisenwandlerin
Impulsgeberin für Mensch und Wirtschaft
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Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.