Die Angst,
ein winziges Etwas,
wispert mir zu,
doch ich bemerke sie nicht,
schenke keine Beachtung,
ach, ein Tinnitus vielleicht,
es wird lauter,
Ruhe, Schluss damit,
Schmerztablette vielleicht,
keine Zeit für Unterbrechungen,
viel zu erledigen,
Prüfungen, Aufträge, Hausarbeit,
viel zu erleben,
Urlaub, Ausruhen, Spaß,
nein, danke,
keine Lust.
Die Angst wird lauter,
plötzlich unangenehm,
brüllt von innen,
hoffentlich kriegt
das niemand mit,
ängstlich sein,
blamabel,
ängstlich sind Looser,
niemand soll es erfahren,
am besten verstecken,
besser vertreiben,
mit lauter Musik,
gespielter Fröhlichkeit,
Ablenken, betäuben.
mit Preisen und Erfolgen,
mit Shopping-Touren,
mit funktionieren und guten Taten,
mit allem was geht,
im Keim ersticken.
Die Angst wird gemein,
zwickt, fängt an zu treten,
es scheint,
sie nimmt Helfer dazu,
namens unfair und Pech.
Verwirrend, fies,
macht wütend und ohnmächtig
gleichermaßen,
raubt Energie,
setzt matt.
Dann eben Pause,
Termine absagen und (r)ausschlafen,
die Umwelt wird aufmerksam,
Jetzt kommen Vorschläge von außen,
ungebetene Gäste,
zu den Stimmen von innen,
jetzt auch von außen,
gutgemeint und doch unerträglich,
sie zeigen den Spiegel,
Selbstkritik, Eigentore und
innen gnadenlos die Angst.
Was tun,
wem vertrauen?
Die Angst geht nicht weg,
sie wächst und wächst,
bis ich sie ansehe,
ihr zuhöre,
mich ergebe,
mit dem ganzen Schmerz,
unerträglich und dann,
als ich dachte,
das ist mein Ende,
ich keine Luft mehr bekomme,
ich mich nicht mehr wehre,
als ich akzeptierte,
dass die Angst mit ihrem Schmerz
mich töten würde,
ich bereit war zu sterben,
da hauchte sie mir ins Ohr
„ich bin hier,
um dir zu helfen,
es ist nicht der Weg
der von mir wegführt,
die Tür zum Licht bin ich.“
Die Angst ist dein Lotse,
sie weiß, was dich plagt
und was dir guttut,
sie will dir helfen,
sie kennt deine Weisheit,
weiß um deine Stärke,
zeigt dir deine Wurzeln,
aus deiner Schwäche gespeist,
aus deinen Sehnsüchten gestärkt,
durch deine Fehler trainiert,
um dich zu dir und
deiner wahren Bestimmung zu führen, zu dem,
was dir leicht fällt,
obwohl es nicht leicht ist,
was dich ausmacht,
was dich nährt und dir und
anderen gleichermaßen dient.
Geh vertrauensvoll weiter,
Arm in Arm mit
deinen Schwächen.
Du bist hier,
um zu erfahren.
Ohne Wertung und
ohne Verurteilung,
mit Liebe zu dir und allem,
was ist und vermeintlich fehlt.
Das was „fehlt“,
folgt später oder wird jetzt „gebraucht“, um zu wachsen.
Nichts wächst weiter,
wenn es vollkommen ist,
was vollkommen ist,
steht kurz vor
dem nächsten
Wandel.
Und wie Botschafterinnen
erscheinen mir bunte Blüten.
© Manuela Engel-Dahan
Mut- und Lebensberaterin für Angstbewältigung
Deine Begleiterin zur inneren Stärke und Lebensfreude
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.