11. Februar 2025

Was brauchen wir tatsächlich?

Damit wir Aufleben ohne Angst.

Ich sitze auf meiner Wald-Couch und
es schießen mir die wildesten Gedanken 
in den Kopf.

"Tatsächlich"

Dieses Füllsel hätte längst das Wort 
des Jahres werden sollen.

Es begegnet so oft und 
ich bin jedes Mal aufs neue erstaunt.

Auch manchmal von der Überraschung der Person,
die es nutzt und ich habe das Gefühl 
es hat auch das überaus strapazierte „genau“ am Ende 
von Aufzählungen gänzlich aufgefressen.

"Tatsächlich" klingt auch eloquenter,
einfach im Satz eingestreut,
statt jenem trotzigen „genau“ 
zum Abschluss.
Zu massiv, zu dumpf.

Es ist sehr interessant,
wie sich Sprache wandelt und 
vielleicht braucht es diese beiden Anker 
in einer Welt, 
wo es kaum noch welche gibt.

Man überzeugt sich selbst:
Tatsächlich bin ich heute morgen aufgestanden.
(Stimmt, manchmal wundere ich mich auch, 
dass es gelingt.)

Tatsächlich habe ich heute 
öffentliche Verkehrsmittel benutzt. 
(Ach herrje und vielleicht zu spät gekommen, 
als Ermahnung vielleicht.)

Aufgestanden bin ich, 
dann jedoch tatsächlich nicht 
in Bus und Bahn gestiefelt,
sondern in den Wald. 

Ähhmm. Genau.

Was ist tatsächlich los? 
Was könnte uns Halt geben?

Ich fühle mich in der heutigen Zeit so,
als würden wir in einer gallertartigen Masse schwimmen, 
die uns keinen richtigen Halt gibt und 
doch auch nicht wirklich fallen lässt.

Eine Komposition aus Regeln und Ängsten, 
Befürchtungen, Voraussagen, Empörungen,
"alles ist möglich"-Mantren und Ki.

KI ist auch interessant, 
da gibt es Tests, 
wer feststellen kann, 
ob ein Text oder ein Foto von KI ist. 
Man deutet dann die Perfektion 
als Fake. 

Ich würde, 
wenn ich KI wäre, 
jedem Bild oder Text einen Makel verpassen 
und zack, 
auch dieser Haltepunkt verschwunden 
in der „Gummimasse“. 

Vielleicht ist alles einfach ein Spiel, 
um festzustellen, 
wie weit man gehen darf oder kann,
bis jemand ruft
„Das macht keinen Sinn“,
weil das Denken nur Oberfläche kratzt,
das Fühlen geht tief.

Tatsächlich eine Option und 
eine, ausgesprochen, lehrreiche Zeit. 

Ähmm, genau.

 © Manuela Engel-Dahan
"Schlüssel zur Seele"
für MUT zum AUFLEBEN 

Stress- & Burnout-Coach
Entspannungstrainerin | Autorin | nach 40 Jahren Unternehmerin

#FormYourWorld
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#FreigeistigeWaldgedanken 
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Rezension
Buchbesprechung von Gerhard Charles Rump (postume Veröffentlichung, 08.08.2020) zu Freigeistige Waldgedanken – Band 1.
Die Sprache entschleunigt – im langsamen Begreifen gelangen die Dinge zur Klarheit. Manchmal erinnert die Diktion an die oft unterschätzten Gedichte Friedrich Nietzsches bewusstes Staunen statt Hast. Die Texte entschleunigen und führen vom persönlichen Erleben zu allgemein gültigen Einsichten.
— Gerhard Charles Rump (1947–2020), Kunsthistoriker und -theoretiker mit Schwerpunkt zeitgenössische Kunst; Privatdozent an der TU Berlin, Kurator, Galerist und Fotokünstler.
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