04. Oktober 2020

Weidentrauer

Ende vom Anfang vom Ende ...

Gewaltig ist der Schlag,
wenn ein Baum stürzt.
Glieder-Schreckensfahrt,
bang der Weg zum Geschehen,
im Dunkeln das Ausmaß
nicht einzuschätzen,
nur eines, zum Glück,
weder Mensch
noch Haus verletzt.

Die Trauerweide ist gefallen.
Ein kurzer, heftiger Windstoß
hat ihn bezwungen,
unseren Meeresrauschen-Zauberbaum.
Es war so schön,
jeden Lufthauch
haben die Äste aufgefangen,
um sich in Schwingung zu versetzen.
Die zarten Blätter flatterten
und säuselten dabei vor sich hin.
Die Anmutung, als würde
eine sanfte Meeresbrise
mit der dicken Weide
Walzer tanzen.
Und eins, zwei, drei
und drehen und drehen
und drehen und eins, zwei, drei ....
War sie am Ende
zu müde geworden,
um zu tanzen?

Wie habe ich es geliebt,
den Mond durch die Zweige
zu fotografieren.
Nichts bleibt,
alles ändert sich
oder alles bleibt,
nichts ändert sich,
weil wir nicht ändern wollen?

Wie schön er auch jetzt ist,
wie er so daliegt, gefallen,
dieser alte, verstorbene Baum.
Ich erforsche die
faszinierenden Merkmale
dieser Variation an Strukturen
und Farben des Stammes, der Rinde,
der Wurzel und Schmarotzern,
die anhängen und teils zerquetscht
zwischen Stamm und Boden liegen,
sich regungslos ergaben.

Wie er so ruht,
teils zerborsten,
teils mit Maschinen zerlegt,
wirkt er noch immer
beruhigend und
majestätisch und ich
nehme die vielen Löcher
und Mulden wahr,
in denen
wohl etliche,
muntere Vögelchen
das Licht der Welt erblickten und
versorgt wurden von ihren Müttern.

Nicht nur einmal traf mich
von oben ein feuchter Vogelschiss
als unerwartete Schrecksekunde.
Im Allgemeinen
als Glücksbringer bekannt,
hab auch ich diesen Strohhalm
ergriffen und mich
nach kurzer Erholung
auch enorm gefreut.
Nun gut,
die Flecken
auf der Kleidung
kriegt man nicht
mehr weg.

Die Krönung,
daran erinnere ich mich jetzt,
ich bin ein gesegnetes Glückskind,
dachte ich in diesem Moment,
als ich im Garten in mein
leckeres Käsebrot biss und
mir wohl ein Kamikaze-Trainingsvogel
mitten auf das Käsebrot schiss,
während ich noch
genußvoll im Abbeiß-Prozess war.
Halleluja oder wie ein Freund sagt
„In Shallelujah“ Amen!
Besser geht nicht!
Ein goldener Vogelschiss-Treffer,
ein Vogelschiss-Ritterschlag.
Ich hab sie dann doch
lieber auf dem Auto,
das nur am Rande.

Alles Auslegungssache,
alles ist im Kopf.
Die Gedanken färben
das Leben bunt,
wenn man die
heitere Farbpalette nutzt.

Zurück zur gefallenen Weide,
hart, weich, bröselig, zermalmt,
stumpf, teils frisch glänzend,
teils schwarzbraun vermodert
und zerfressen, begleitet von
riesigen, frischen Baumpilzen,
ein Wunderwerk der Natur,
dahin gestreckt aufs
Rhododendron- und Rosenbeet ...

Wieder schweifen
meine Gedanken ab,
wie so oft und steigen ein ins
Frage-Antwort-Spiel-Karussell ...

Zwar war es zu erwarten,
zuhauf gab es Warnungen,
doch selbst, wenn man
die Vorahnung in sich trägt,
so will man doch festhalten,
an dem was ist und war.
Schaut auf das,
was gut war,
verdrängt das,
was Mühe oder
Ärger hervorrief.
Besser so,
man erträgt,
man erduldet,
man will stark sein,
es  könnte ja,
schlimmer kommen.
Doch der Wandel
ist nicht aufzuhalten,
es schmerzt,
wenn etwas vergeht,
doch sind es wahrlich
die Phönixe,
die aus der Asche
geboren werden.

Jedes Ende steht vor
einem Anfang.

Zukunft ist jetzt.

© Manuela Engel-Dahan

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