27. November 2020

Farbig sehen

Wutausbrüche verzeihen, das geht nur mit Liebe. Mit Liebe aufweichen. Dann wird das Leben bunt.

Kann man Farben fühlen?
Erzeugt die Farbe grau Traurigkeit?
Schürt fehlender Kontrast Zweifel?
Resultiert aus reduziertem
Sichtspektrum auch Angst?
Angst im Dunkeln zu stehen
oder Zweifel,
weil Anhaltspunkte fehlen?

Was bewirken Farben?
Sind Farben seelische Lichtblicke?
Wie selektiert unser Hirn?
Kann man das trainieren?
Erlangt man über
bunte Farben Mut und Freude?
Wie sieht man bunt?

Ich habe heute soviel
Farbtupfer gesehen,
leuchtende kleine Glücksimpulse
inmitten erstarrter Natur.
Weiß-silbrige Perlen,
rote Beeren, herrliche Blüten ...

Unsere selektive Wahrnehmung
können wir bewusst steuern,
wenn wir dichter rangehen,
dichter an Objekte,
näher an Geschehnisse und
näher an unsere Mitmenschen.

Nähe zu Menschen
geht auch
ohne räumliche Nähe,
dazu braucht es ein offenes Ohr,
ein weiches Herz und
das Verständnis,
dass niemand
den Nächsten verletzen will,
sondern gespürte Affronts
nur Schutzmechanismen sind,
weil der Andere glaubt,
sich jetzt verteidigen zu müssen.
Meist sind es doch
nur Missverständnisse.

So wie wir wissen,
dass Feuer eine
rote kraftvolle Wärmequelle ist
und es nicht als
zerstörendes Medium sehen,
so können wir
unser Mitgefühl trainieren,
wenn wir wahrnehmen,
dass Wut aus Mangel an
spürbarer, umschmeichelnder Liebe
hervorbricht.

Wutausbrüche verzeihen,
das geht nur mit Liebe.

Mit Liebe aufweichen.
Dann wird das Leben bunt.
Gemeinsam Zukunft jetzt.

© Manuela Engel-Dahan

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